Fische-السمك
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النصوص
1
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Willkommen in der Wüste. Die Sonne brennt gnadenlos. Endlose Weite. Nur Sand und
Geröll, so weit das Auge reicht. Kein Baum, kein Strauch, kein noch so winziges Tier.
Bilder wie diese kommen wohl den meisten in den Sinn, wenn sie an die Wüste denken. Doch diese Vorstellung stimmt nicht ganz. Denn so hart und lebensfeindlich
die Bedingungen in der Wüste auch sind – es gibt einige Überlebenskünstler, die es
selbst hier schaffen zu existieren. Um in der Wüste zu überleben, mussten sie sich im
Laufe der Jahrmillionen perfekt an die harten Lebensbedingungen anpassen. Sie wurden zu ausgesprochenen
Spezialisten, von denen Wissenschaftler jede Menge lernen können.
Und so zieht es jedes Jahr Bioniker aus vielen Ländern der Erde in die entlegenen
Wüsten der Welt – auf der Suche nach kleinen, aber wirksamen Tricks für das Leben in
einer extremen Umgebung.
2
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Denn Bioniker entwickeln technische Anlagen nach dem Vorbild der Natur – der Begriff
Bionik setzt sich zusammen aus den Wörtern „Biologie" und „Technik". Ihre Aufgabe:
die Pflanzen und Tiere erst genau beobachten, kleinste Details entdecken und deren
Geheimnisse lüften. Warum kann ein Gecko an der Wand hochlaufen?
Wie kann ein Kolibri rückwärts fliegen?
Wenn die Bioniker die Abläufe verstanden haben, fängt der größte Teil
ihrer Arbeit erst an. Dann versuchen sie, aus dem Gelernten eine technische
Anwendung zu entwickeln. Auch die besonderen Eigenschaften von
Wüstentieren eignen sich dafür, wie die folgenden Beispiele zeigen.
3
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Der Sandfisch ist eigentlich gar kein Fisch, sondern eine kleine Echse. Doch seinen Namen hat er sich
redlich verdient. Denn er kann ausgezeichnet schwimmen – zwar nicht im Wasser, dafür aber umso besser
im Sand der Sahara. Droht dem wenige Zentimeter großen Tier Gefahr, dann verschwindet es rasend
schnell im Wüstensand, nur um Augenblicke später einige Meter entfernt wieder aufzutauchen. Was im
Wasser jedes Kind beherrscht, scheint im Sand unmöglich – doch nicht für den Sandfisch. Denn er hat ein
winziges Geheimnis: Seine Haut erscheint nur auf dem ersten Blick ganz glatt. Unter dem Mikroskop
fanden Wissenschaftler der Technischen Universität (TU) Berlin winzige Grate auf seiner Haut, nur wenige
Nanometer groß. Genau diese Grate verhindern, dass der Sand an der Haut des Sandfisches hängen bleibt.
Die Forscher konnten es kaum glauben und bauten in ihrem Labor eine Oberfläche mit vergleichbarer Struktur nach.
Und siehe da: an einer vollkommen glatten Oberfläche bleibt der Sand förmlich kleben, an der mit den kleinen Erhebungen findet er keinen Halt.
4
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Das größte Problem aller Wüstenbewohner ist die Wasserbeschaffung. In allen Wüsten
der Erde herrscht fast ständig akuter Wassermangel. In vielen fällt jahrelang kein einziger
Regentropfen vom Himmel. In einigen Regionen der Atacama-Wüste in Südamerika soll
es seit mehreren hundert Jahren keinen Niederschlag mehr gegeben haben. Der
Nebeltrinker-Käfer hat seine ganz eigene Strategie gegen den Wassermangel entwickelt.
Er lebt in der Namib-Wüste im Südwesten Afrikas. Viele Tage im Jahr krabbelt er emsig
die Sanddünen hinauf, macht eine Art Kopfstand und wartet auf den Nebel, der vom
Atlantik her über den Rand der Wüste zieht. Dabei senkt er den Kopf und hebt sein
Hinterteil in die Höhe. Die Flüssigkeit des Nebels kondensiert an seinem nur anderthalb
Zentimeter langen Körper und läuft über eine kleine Vertiefung auf seinem Rücken direkt in sein Maul.
Hier liegt die technische Anwendung auf der Hand: Wassergewinnung aus Nebel. Tatsächlich wird diese Methode
bereits genutzt: In der Nähe des Dorfes El Tofo in Chile wurden sogenannte Nebelnetze errichtet.
Pro Nebeltag kondensieren hier bis zu 11.000 Liter frisches Wasser an den Netzen.
5
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Beispiel Nummer drei: die Räderspinne. Auch sie lebt in der Wüste Namib und wurde erst vor
wenigen Jahren entdeckt. Die Wissenschaftler waren ziemlich verblüfft, als sie die
ungewöhnliche Fluchtmethode des Achtbeiners sahen – einfach die Beine anwinkeln und dann
wie ein Rad die Sanddünen hinunterrollen. Die Bioniker filmten die Spinne mehrmals und
schauten sich das Video unzählige Male an. Dann war ihnen klar: Mit ihren Vorderbeinen
stößt sich die Spinne während des Rollens immer wieder vom Boden ab. Dadurch kullert sie
nicht einfach nur passiv den Abhang hinunter – vielmehr kann sie durch diese Methode auf
ihrer Flucht wieder ordentlich an Tempo zulegen. Doch welche technische Anwendung soll
dabei herausspringen? Hier beweisen die Forscher Mut zur Vision: An der TU Berlin soll ein
Mars-Auto entstehen, das im unwegsamen Gelände rollen und in besserem Gelände normal fahren kann.
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